Folge der Kimmel-Krise: Disney klagt gegen 'totale Kapitulation' vor FCC
Der US-Medienkonzern Disney zieht gegen die Kommunikationsaufsicht FCC vor Gericht, weil das Unternehmen in den Einmischungsversuchen der Trump-Regierung den Versuch sieht, die "totale Kapitulation" der Medien zu erzwingen.
Disney legt sich laut Ars Technica in großem Stil mit der Federal Communications Commission (FCC) und deren Chef Brendan Carr an. Der Unterhaltungsgigant hat vor einem Bezirksgericht im District of Columbia Beschwerde eingelegt, um das Vorgehen der FCC gegen das Unternehmen und acht seiner Fernsehsender zu stoppen.
Die Regierung habe immer wieder versucht, die Meinungsäußerung bei ABC zu unterdrücken, weil ihr journalistische Berichte oder Kommentare nicht gefielen, so Disney. Mittlerweile gehe die FCC sogar so weit, dass ABC die Senderechte entziehen wolle, weil die Sender der Gruppe Inhalte ausstrahlen, die der aktuellen US-Regierung missfallen.
Mit der vorgezogenen Prüfung droht nach Meinung von Disney eine umgehende Abschaltung der ABC-Sender, wie sie von Trump mehrfach gefordert wurde. Disney habe deshalb keine andere Wahl, als mit allen rechtlichen Mitteln gegen die durch die Schritte der Trumpschen FCC drohende "totale Kapitulation" gegenüber den Forderungen der aktuellen US-Regierung vorzugehen, so die Anwälte des Konzerns.
Die FCC behauptet seit der Ankündigung der Prüfung der Lizenzen von ABC, dass die Sender gegen Regelungen gegen Diskriminierung verstoßen, die zuletzt vor allem dazu missbraucht wurden, jedwede Maßnahmen gegen Diskriminierung von Minderheiten oder nicht-weißen Menschen abzuschaffen. In einer Stellungnahme gegenüber Ars Technica erklärte ein Sprecher der FCC, Disney versuche mit seinen Vorwürfen erneut, Desinformation zu verbreiten.
Im November 2025 warf Trump in einem ABC-Interview dem Moderator vor, er und sein Sender würden konstant negativ über den US-Präsidenten berichten. Er forderte schon damals den Entzug der Sendelizenzen und bezeichnete den ABC-Mitarbeiter als "schrechliche Person und einen schrecklichen Reporter". Wenig später veröffentlichte das Weiße Haus eine Pressemitteilung, in der man ABC vorwarf, eine Propagandamaschine der US-Demokraten zu sein.
In seiner Beschwerdeschrift erklärte Disney auch, dass die anhaltenden Drohungen der FCC dem Unternehmen gerade im Kontext der bevorstehenden Mid-Term-Wahlen, die über die Zusammensetzung des US-Repräsentantenhauses und die Vergabe vieler Gouverneursposten und Plätze im US-Senat entscheiden, erheblichen Schaden zufügen könnten.
"Tatsächlich hätte eine Kommission, die darauf aus ist, die Berichterstattung zu beeinflussen, kaum einen günstigeren Zeitpunkt wählen können", hieß es. "Die Kläger müssen redaktionelle Entscheidungen darüber treffen, wie sie über die Wahl berichten sollen - und das unter dem Damoklesschwert einer drohenden Unternehmensstrafe, und die Kommission hat jedes Interesse daran, diese Drohung so lange wie möglich schweben zu lassen. Auch lässt sich dieser Schaden im Nachhinein nicht mehr rückgängig machen."
Siehe auch:
Disney & acht ABC-Sender wehren sich gegen FCC
Der US-Medienkonzern Disney zieht gegen die Kommunikationsaufsicht FCC vor Gericht, weil das Unternehmen in den Einmischungsversuchen der Trump-Regierung den Versuch sieht, die "totale Kapitulation" der Medien zu erzwingen.Disney legt sich laut Ars Technica in großem Stil mit der Federal Communications Commission (FCC) und deren Chef Brendan Carr an. Der Unterhaltungsgigant hat vor einem Bezirksgericht im District of Columbia Beschwerde eingelegt, um das Vorgehen der FCC gegen das Unternehmen und acht seiner Fernsehsender zu stoppen.
Disney sieht Meinungsfreiheit bedroht
Disney will außerdem eine einstweilige Verfügung erwirken, um die von der FCC angedrohte Verweigerung der Vergabe oder Verlängerungen von Sendelizenzen der Sendergruppe ABC zu verhindern. In seiner Klage wirft Disney der FCC die Verletzung des ersten Zusatzes der US-Verfassung vor, der die Meinungsfreiheit regelt.Die Regierung habe immer wieder versucht, die Meinungsäußerung bei ABC zu unterdrücken, weil ihr journalistische Berichte oder Kommentare nicht gefielen, so Disney. Mittlerweile gehe die FCC sogar so weit, dass ABC die Senderechte entziehen wolle, weil die Sender der Gruppe Inhalte ausstrahlen, die der aktuellen US-Regierung missfallen.
Gericht soll Entzug von Sendelizenzen verhindern
Das Gericht soll nun verhindern, dass die von FCC-Chef Carr angeordnete vorgezogene Prüfung der Sendelizenzen von allen acht ABC-Sendern fortgeführt werden darf. Eigentlich wäre die erneute Verlängerung der Sendelizenzen für ABC erst zwischen 2028 und 2031 erfolgt, doch ordnete Carr zuletzt eine verfrühte Prüfung an, um Druck auf den Sender und damit auch den Disney-Konzern auszuüben.Mit der vorgezogenen Prüfung droht nach Meinung von Disney eine umgehende Abschaltung der ABC-Sender, wie sie von Trump mehrfach gefordert wurde. Disney habe deshalb keine andere Wahl, als mit allen rechtlichen Mitteln gegen die durch die Schritte der Trumpschen FCC drohende "totale Kapitulation" gegenüber den Forderungen der aktuellen US-Regierung vorzugehen, so die Anwälte des Konzerns.
Kimmel-Witz rief FCC auf den Plan
Der Rechtsstreit geht auf den Eklat um die Late-Night-Show von Jimmy Kimmel zurück, die Disney als Reaktion auf lautstarke Drohungen der US-Regierung wegen eines Witzes über die Frau des aktuellen US-Präsidenten im April 2026 kurzzeitig ausgesetzt hatte.Die FCC behauptet seit der Ankündigung der Prüfung der Lizenzen von ABC, dass die Sender gegen Regelungen gegen Diskriminierung verstoßen, die zuletzt vor allem dazu missbraucht wurden, jedwede Maßnahmen gegen Diskriminierung von Minderheiten oder nicht-weißen Menschen abzuschaffen. In einer Stellungnahme gegenüber Ars Technica erklärte ein Sprecher der FCC, Disney versuche mit seinen Vorwürfen erneut, Desinformation zu verbreiten.
Trump hetzt schon lange gegen ABC
Disney und seine Sendergruppe ABC sind Trump und dem ihm hörigen FCC-Chef Carr schon lange ein Dorn im Auge. Bereits bei einer Debatte zwischen den Kandidaten vor der letzten Präsidentschaftswahl im Jahr 2024 drohte Trump noch vor seiner erneuten Wahl dem Sender mit Maßnahmen der FCC. Er fühlte sich von den Moderatoren der Sendung falsch behandelt.Im November 2025 warf Trump in einem ABC-Interview dem Moderator vor, er und sein Sender würden konstant negativ über den US-Präsidenten berichten. Er forderte schon damals den Entzug der Sendelizenzen und bezeichnete den ABC-Mitarbeiter als "schrechliche Person und einen schrecklichen Reporter". Wenig später veröffentlichte das Weiße Haus eine Pressemitteilung, in der man ABC vorwarf, eine Propagandamaschine der US-Demokraten zu sein.
Trump-Rede nicht live übertragen
Erst im Juli zog ABC nach diversen anderen Episoden erneut den Zorn Trumps auf sich, als die Disney-eigenen Sender darauf verzichteten, eine Ansprache des US-Präsidenten live zu übertragen. Im Verlauf der Ansprache forderte Trump unter anderem die Abschaltung von ABC und dessen Konkurrenten NBC, wo seine Rede ebenfalls nicht live übertragen wurde.In seiner Beschwerdeschrift erklärte Disney auch, dass die anhaltenden Drohungen der FCC dem Unternehmen gerade im Kontext der bevorstehenden Mid-Term-Wahlen, die über die Zusammensetzung des US-Repräsentantenhauses und die Vergabe vieler Gouverneursposten und Plätze im US-Senat entscheiden, erheblichen Schaden zufügen könnten.
"Tatsächlich hätte eine Kommission, die darauf aus ist, die Berichterstattung zu beeinflussen, kaum einen günstigeren Zeitpunkt wählen können", hieß es. "Die Kläger müssen redaktionelle Entscheidungen darüber treffen, wie sie über die Wahl berichten sollen - und das unter dem Damoklesschwert einer drohenden Unternehmensstrafe, und die Kommission hat jedes Interesse daran, diese Drohung so lange wie möglich schweben zu lassen. Auch lässt sich dieser Schaden im Nachhinein nicht mehr rückgängig machen."
Zusammenfassung
- Disney klagt gegen die US-Kommunikationsaufsichtsbehörde FCC
- Der Medienkonzern sieht die eigene Meinungsfreiheit bedroht
- Die FCC prüft vorzeitig die Sendelizenzen von acht ABC-Sendern
- Disney befürchtet eine gezielte Abschaltung der Fernsehsender
- Hintergrund ist ein Konflikt um einen Witz von Jimmy Kimmel
- Trump forderte bereits mehrfach den Entzug der ABC-Lizenzen
Siehe auch:
- Kimmel-Suspendierung: So viele Streaming-Abos hat Disney verloren
- Cancel Culture wirkt: Sensationsquoten für Jimmy Kimmel bei Rückkehr
- Disney+ wird (in den USA) erneut teurer - mitten im Chaos um Kimmel
- Proteste gegen Disney wirken: Jimmy Kimmel darf wieder auf Sendung
- Wegen Suspendierung von Jimmy Kimmel: Boykottaufrufe gegen Disney
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